• Musikschule Oberursel ist eine Bildungseinrichtung und keine Freizeiteinrichtung
  • Musikschulen dürfen daher nicht geschlossen werden
  • Naas will Musikschulen im Hessischen Landtag zum Thema machen
  • Nicht die Landesregierung, sondern der Landtag sollte das letzte Wort haben

Oberursel- Der kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dr. Stefan Naas will der Musikschule Oberursel helfen. „Holger Pusinelli hat vollkommen recht! Bildungseinrichtungen und damit auch die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen dürfen erst die letzte Instanz sein, bei der wir über Schließungen reden. So weit sind wir aber noch nicht. Wenn in Schulen Klassenverbände mit über 30 Schülern weiter unterrichtet werden dürfen, dann muss das auch für unsere Musikschulen gelten“, so der ehemalige Steinbacher Bürgermeister bezugnehmend auf den Artikel »Bestürzt und fassungslos« in der Taunus Zeitung vom 5. November 2020.

Dabei stört ihn vor allem die Einstufung von Musikschulen als Freizeiteinrichtungen. „Musikschulen sind keine bloßen Freizeiteinrichtungen! Sie sind als Bildungspartner von Regelschulen etabliert und haben einen klaren Bildungsauftrag im Bereich der kulturellen Bildung. Die musische Ausbildung und Förderung unserer Kinder ist bereits in jungen Jahren von wichtiger und ganzheitlicher Bedeutung. Die Beschäftigung mit Musik oder das Erlernen eines Instrumentes ist ein Prozess, der das ganze Leben prägen und bereichern kann“, so Naas. 

Mit dem Musizieren werden eine Reihe weiterer wichtiger Fähigkeiten erlernt und trainiert. Dazu gehören  z. B. Lernkompetenz (Üben lernen), Geduld und Ausdauer, Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein sowie Teamfähigkeit.

Auch macht sich der Landtagsabgeordnete große Sorgen um die Motivation vieler junger Menschen und Musiker. „Eine zu lange Pause vom Instrumentalunterricht ist eine Gefahr für die weitere Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen. Der fehlende Präsenzunterricht kann zu einer fehlenden Motivation im Anschluss an den Lockdown führen. Das müssen wir verhindern“.

„Die Landesregierung in Hessen beweist wieder, dass sie hier das Maß verfehlt hat. Erst haben wir überraschend die härtesten Regularien aller Länder für den Freizeitsport bekommen, nun werden auch unsere Musikschulen verkannt und geschlossen. Hessen steht gemeinsam mit dem Bundesland Sachsen hier alleine da. Auch NRW hatte die Musikschulen ab dem 2.11. geschlossen, ab heute (5.11.) dürfen sie allerdings offiziell wieder arbeiten. Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen erreicht man so nicht“, so Naas abschließend.

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