Beschluss der Regionalversammlung gegen Josefstadt-West ernst nehmen

17. Februar 2020

Der hessische Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeister der Stadt Steinbach Dr. Stefan Naas zeigte sich überrascht, dass die Stadt Frankfurt daran festhält, die sogenannte Josefstadt auf beiden Seiten der Autobahn A5 zu entwickeln.
In der Sitzung am 13. Dezember 2019 hatte die Regionalversammlung Südhessen (RVS) in ihrem Beschluss zum Regionalen Entwicklungskonzept (REK) Eingriffe in Regionale Grünzüge und Kaltluftentstehungsgebiete grundsätzlich eine Absage erteilt und damit indirekt eine Bebauung westlich der Autobahn A5 ausgeschlossen und zugleich auch die Möglichkeiten für eine Bebauung östlich der Autobahn A5 deutlich eingeschränkt.

Bei einer ersten Dialogveranstaltung zur Josefstadt am 15. Februar in Praunheim hat nun Mike Josef für einen langfristigen Blick geworben, und um „keine Brüche entstehen zu lassen“ und weil Rahmenbedingungen „sich auch wieder ändern“ könnten, werde die Planung nicht auf die Fläche östlich der Autobahn beschränkt, sondern die westliche Fläche werde weiterhin von Anfang an einbezogen (FAZ vom 17. Februar 2020).

„Dass die Stadt Frankfurt jetzt die Planung westlich der A5 ungehindert weiterbetreibt und offenbar den Beschluss von vor zwei Monaten bewusst ignorieren will, ist schon ziemlich dreist“, so Naas. „Wir als FDP in der Regionalversammlung hatten genau das befürchtet und deshalb mit unserem Kompromissvorschlag zur Josesfstadt beantragt, im neuen Regionalen Flächennutzungsplan die Josefstadt-West ausdrücklich nicht weiterzuverfolgen und dafür die Josefstadt-Ost unter weitgehender Berücksichtigung der Regionalen Grünzuge mit drei Quartieren zu ermöglichen und sich zugleich gegen eine Trabantenstadtbebauung mit Hochhäusern auszusprechen. Diesen Antrag haben SPD, CDU und Grüne abgelehnt, und jetzt kommt heraus, dass die Stadt Frankfurt darauf setzt, den Beschluss von SPD, CDU und Grünen zu untergraben“, so Naas weiter.

„Wir kämpfen als FDP in der Regionalversammlung schon lange gegen eine Trabantenstadt zwischen dem Taunus und der Stadt Frankfurt. Wir meinen, dass die Region nur gemeinsam und organisch wachsen kann, damit die einzigartige Struktur des Rhein-Main-Gebiets erhalten bleibt und ein geschlossener Siedlungsbrei verhindert wird. Das muss auch die Stadt Frankfurt einsehen. Vor einiger Zeit wollte Frankfurt noch mit den Partnern in der Region enger zusammenarbeiten. Das Verhalten der Stadt Frankfurt zeichnet jetzt aber ein anderes Bild. Ich würde der Stadt Frankfurt dazu raten, die eindeutigen Entscheidungen der Regionalversammlung hinzunehmen und die Planungen daran anzupassen“, erklärte Naas abschließend.