„Frankfurt muss Autobahn als gegebene Grenze akzeptieren“

4. Februar 2018

Dr. Stefan Naas wertet es als Erfolg, dass der Frankfurter Stadtrat Mike Josef sich von der Verlegung der Autobahn A5 als Teil der Planung des neuen Frankfurter Stadtteils im Nordwesten und vom Vorstoß seines Planungsamtsleiters Martin Hunscher distanziert hat: „Die Abkehr von dieser völlig absurden Idee ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber damit ist es nicht getan: Es ist jetzt an der Zeit, die Autobahn als gegebene Grenze zu akzeptieren und das Vorhaben westlich der Autobahn A5 ebenfalls aufzugeben, denn es ist genauso abwegig, einen Stadtteil zu planen, der von einer acht- und demnächst zehnspurigen Autobahn durchzogen wird. Die jetzt neu vorgetragene Idee, die beiden Gebiete links und rechts der Autobahn als eigenständige Stadtteile zu planen, macht die Sache nicht besser: Die Autobahn bringt eine Konfliktlage mit sich, die nicht aufzulösen ist. Wohnhochhäuser direkt an der Autobahn wie an der vielbefahrenen A66 waren ein Sündenfall und dürfen sich nicht wiederholen. Frankfurt hat zwar das Recht auf kommunale Selbstverwaltung und Eigenentwicklung auf seiner Seite, aber ein drohendes Alptraumquartier betrifft zugleich die gesamte Region. Es wäre ein Hohn, wenn ausgerechnet unter sozialdemokratischer Ägide sehenden Auges menschenunwürdige Einwohnerdichten und ungesunde Wohnverhältnisse geschaffen würden, die sogar noch die berüchtigte Gropiusstadt in Berlin-Neukölln in den Schatten stellen.“

„Wir reichen Peter Feldmann, Mike Josef und der Stadt Frankfurt die Hand: Wir finden es grundsätzlich gut, dass Frankfurt wächst, möchten aber Frankfurt vor städtebaulichen Fehlern bewahren, unter denen die gesamte Region leiden wird. Sofort 40 % des in Aussicht genommenen Gebietes im Einvernehmen zu entwickeln ist besser, als 100 % zu verlangen und dafür Porzellan zu zerschlagen und sich in endlose Kämpfe mit der Region zu begeben. Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, sagte Dr. Stefan Naas abschließend.