„Verlegung der Autobahn A5 völlig absurd“

30. Januar 2018

Von der Planung des neuen Frankfurter Stadtteils im Frankfurter Nordwesten in Richtung Steinbach und Oberursel wurde zuletzt bekannt, dass das von Stadtrat Mike Josef geleitete Frankfurter Stadtplanungsamt jetzt sogar die Verlegung der Autobahn A5 prüft: Die Autobahn A5 ist eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, sechsspurig mit zwei Standstreifen, die regelmäßig zur Mitbenutzung freigegeben werden, und wird täglich von 135.000 Autos befahren.

„Es ist ein Fortschritt, dass den Frankfurter Stadtplanern anscheinend gerade dämmert, was es für die Menschen, die dort leben müssen, bedeutet wenn ihr Wohnquartier von einer acht- und später vielleicht zehnspurigen Autobahn durchzogen wird. Frankfurt scheint einzusehen, dass die Autobahn letztlich ein unüberwindliches Hindernis in der Planung darstellt“, kommentierte Dr. Stefan Naas die neue Information.

„Dass nun die Verlegung der Autobahn geprüft wird, ist vollkommen absurd: Die Kosten wären unkalkulierbar – es droht eine Kostenexplosion. Ich frage mich, was noch passieren muss, bis die Frankfurter sich selbst die Frage stellen: Was machen wir hier eigentlich?“, so Dr. Stefan Naas.

Dr. Stefan Naas erklärte weiter: „Was die Stadt Frankfurt da hochziehen will, droht ein Alptraum zu werden: Bei einer Einwohnerzahl von 30.000 Einwohnern würde die Einwohnerdichte der Josefstadt sogar noch deutlich die der Gropiusstadt in Berlin-Neukölln übersteigen; die Gropiusstadt hat rund 13.900 Einwohner pro Quadratkilometer; die Josefstadt hätte rund 15.800 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Gropiusstadt wurde 1975 fertiggestellt und wurde bereits drei Jahre später weithin bekannt als sozialer Brennpunkt, der von Christiane F. in deren Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ eindrücklich beschrieben wurde.

Mit der jetzt geplanten neuen Trabantenstadt entstünde ein geschlossener Siedlungsteppich; Steinbach und Oberursel würden zu einem Anhängsel von Frankfurt werden, die Umwelt bliebe auf der Strecke: Das Gelände liegt fast komplett im Landschaftsschutzgebiet der Zonen I und II, außerdem ist ein Teil der Fläche Vorbehaltsgebiet Grundwasserschutz und Belange des Naturschutzes stehen dem Vorhaben ebenfalls entgegen.

„Die Stadt Frankfurt hat in den letzten Jahrzehnten Frischluftschneisen und die regionalen Grünzüge immer als Argument gegen die weitere Siedlungsentwicklung im Vordertaunus ins Feld geführt – dies soll jetzt aber auf der eigenen Gemarkung auf einmal nicht mehr gelten“, gab Dr. Naas zu bedenken.

„Wenn die Stadt Frankfurt eine Verlegung in Richtung Steinbach plant, wird deutlich, wie Frankfurt wirklich über seine Nachbarn denkt: Frankfurt hat in den letzten Jahren bekundet, an einem guten Verhältnis mit dem Umland interessiert zu sein, aber das war anscheinend nur Maskerade: Akzeptiert die Trabantenstadt, oder Ihr bekommt eine Autobahn vor die Nase geknallt! – das ist kein anständiger Umgang. Frankfurt muss den jetzigen Verlauf der Autobahn als natürliche Grenze akzeptieren. Wir fordern den Frankfurter Stadtrat Mike Josef auf, sich von der Idee der Verlegung der Autobahn A5 zu distanzieren“, sagte Dr. Stefan Naas abschließend.