„Wohnraum schaffen ohne neue Trabantenstädte“

12. Juli 2018

In der Diskussion über den Wohnraumbedarf in der Region Frankfurt-Rhein-Main und die geplante Josefstadt ruft der Steinbacher Bürgermeister Dr. Stefan Naas dazu auf, die Schaffung von Wohnraum als gemeinsame Aufgabe der gesamten Region zu begreifen: „Fehlender Wohnraum gefährdet Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Von den bis 2020 in der Region bevorrateten 2370 ha für Wohnbauflächen waren bis Ende 2016 nur 14 Prozent bebaut. Nachdem die Bautätigkeit in den Innenbereichen inzwischen rückläufig ist, müssen wir künftig auch verstärkt in Randlagen bauen. Deshalb müssen Politik und Bürgergesellschaft für eine höhere Akzeptanz für Neubaugebiete werben – auch vermehrt am Ortsrand.“

Gleichzeitig gibt Naas zu bedenken: „Akzeptanz gibt es nur, wenn akzeptabel gebaut wird. Neue Trabantenstädte würden mehr Probleme bringen, als sie lösen. Wir dürfen nicht noch einmal dieselben Fehler machen wie in den 1960er und 1970er Jahren. Wir brauchen auch in neuen Baugebieten mit höherer Dichte eine gute soziale Durchmischung mit hoher Lebensqualität und keine Schuhkartonarchitektur, die schon nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert, und wir müssen das Wachstum künftig noch stärker an den Straßen- und Nahverkehrsachsen ausrichten. Wenn wir in der Region alle an einem Strang ziehen, und alle Kommunen des Umlandes sich anstrengen, dann brauchen wir diese Trabantenstädte nicht. Immerhin war bis Ende 2016 für 27 Prozent der bevorrateten Flächen bereits ein Bebauungsplan in Kraft oder im Verfahren – die Region tut also was, muss aber noch mehr tun.“

„Außerdem müssen wir wahrscheinlich in der Stadt- und Regionalplanung umdenken: Bisher fahren wir mit dem Regionalen Flächennutzungsplan (RegFNP) auf Sicht von maximal 10 Jahren. Wir müssen uns wohl künftig überlegen, wie wir mit weiterem Zuzug in die Region in den nächsten 20 bis 50 Jahren umgehen wollen“, sagte Naas abschließend.