Zur aktuellen Entwicklung der Josefstadt

15. November 2019

•   Keine bauliche Überforderung einzelner Stadtteile
•   Herrschaftsdenken der Stadt Frankfurt muss aufhören
•   Organisches Wachstum in der Region – keine Trabantenstädte

Das Mitglied des Regionalvorstandes des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain und der Regionalversammlung Südhessen, Dr. Stefan Naas, setzt sich weiter für organisches Wachstum im ganzen Rhein-Main-Gebiet und gegen die bauliche Überforderung einzelner Stadteile ein. Aber auch eine ehrliche und faire Betrachtung der bisherigen Entwicklung liegt dem ehemaligen Steinbacher Bürgermeister am Herzen.

„Dass es für die Josefstadt westlich der A5 in der Regionalversammlung aktuell keine Mehrheit hat, ist ein Erfolg für die ganze Region. Dafür haben wir lange gekämpft, und wir werden auch nicht aufhören uns dafür einzusetzen, bis dieses Thema endgültig vom Tisch ist. Die Aktionen der engagierten Bürgerinnen und Bürger und die vielen Gespräche im Hintergrund haben sehr geholfen. In wenigen Wochen, am 13. Dezember, wird die Entscheidung nun endgültig getroffen und bis dahin werde ich auch weiterhin gegen eine durch eine 10-spurige Autobahn getrennte Trabantenstadt vor den Toren Frankfurts kämpfen“, so Naas.

Bemerkenswert empfindet der ehemalige Bürgermeister jedoch den Streit innerhalb der Frankfurter Regierungskoalition. „Wenn der Frankfurter Stadtplaner, Mike Josef, sich heute verteidigt und behauptet, es hätte von Anfang an einen guten Austausch mit den betroffenen umliegenden Gemeinden gegeben, so ist das aus meiner Erfahrung, als ehemaliger Steinbacher Bürgermeister, falsch.

Das entscheidende Gespräch mit Mike Josef am 8. Mai 2017 machte auf mich als Teilnehmer eher folgenden Eindruck: Die ehemalige Reichsstadt kam 6-spännig vorgefahren, um die kleinen Dorfschulzen über ihre hochtrabenden Pläne zu informieren. Einen kompromisssuchenden Austausch auf Augenhöhe habe ich nicht erleben dürfen. Das war ein Alibitermin, die Entscheidung stand auf Seiten der Stadt Frankfurt bereits fest.“

„Die Städte und Gemeinden im Umland Frankfurts, die kommunale Familie, haben schon gemeinsam für ein organisches Wachstum gesorgt, als in Frankfurt noch die Mär von einer stagnierenden Einwohnerzahl gelebt wurde. Ich habe noch gut den Brief des Frankfurter Stadtrats Cunitz aus 2010 in Erinnerung, der die Vordertaunuskommunen aufforderte, gegenüber dem Verwaltungsentwurf keine zusätzlichen Wohnbauflächen in den neuen regionalen Flächennutzungsplan auszuweisen. Diese Wachstumsbeschränkung war genauso falsch, wie die aktuelle brutale Wachstumsforderung an einer dafür ungeeigneten Stelle. Frankfurt ist jedoch herzlich eingeladen, an einem organischen Wachstum in der Region mitzuarbeiten. Alleingänge werden dabei jedoch nicht zum Erfolg führen. Wachstum in der Region kann es auch zukünftig in der Region nur gemeinsam geben“, so Naas abschließend.