Im November 2018 hat der Bund ein Maßnahmenpaket zum Schienenknoten Frankfurt am Main in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Die Maßnahmen sind nun Bestandteil des
vordringlichen Bedarfs, sie dienen insbesondere auch der Beseitigung von Kapazitätsengpässen. Eine Maßnahme aus diesem Paket ist ein zweigleisiges Überwerfungsbauwerk im Bahnhof Stadion. Es ist weiter Bestandteil des Pakets und soll die Querung des Bahnhofs in Ost-West-Richtung (Mainbahn von FFM-Süd nach
Regionalbahnhof/Kelsterbach) durch Züge des Regionalverkehrs und des Güterverkehrs ermöglichen. Diese
Züge müssten sonst die Gleise der Riedbahn sowie der geplanten Neubaustrecke Ffm – Mannheim niveaugleich
kreuzen, was angesichts der künftig starken Belegung dieser Strecken quasi unmöglich wäre. Gemäß der
Antwort der Landesregierung zur Kleinen Anfrage, Drucksache 21/375 sieht sich die Landesregierung in der
Rolle, die Verkehrswegeplanung des Bundes zu begleiten, also auch die Maßnahmen betreffend den Knoten
Frankfurt. Der Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Darmstadt für den Südabschnitt der
Regionaltangente West vom Januar 2022 sieht quer über den Ostkopf des Bahnhofs Stadion für die RTW eine
eingleisige Brücke vor, die das Bundesprojekt verhindert, zumindest aber erheblich erschweren wird. Dadurch
wird der Engpass für den Eisenbahnverkehr nicht beseitigt, sondern verstärkt. Es hätte die Möglichkeit
gegeben, beide Projekte zu kombinieren, wenn die spätestens ab November 2018 bekannte Absicht des Bundes
in der Planfeststellung für die RTW durch das RP DA berücksichtigt worden wäre. Mittlerweile wurden die
weiteren Planungen des Bundes und der Deutschen Bahn (DB) AG für den Bahnhof Stadion (dritte Baustufe)
anscheinend gestoppt.
Weitere Informationen finden Sie unter https://starweb.hessen.de/cache/DRS/21/4/01204.pdf
