• Ministerin hat viel versprochen, aber nichts gehalten
  • Freie Demokraten fordern Förderrichtlinien für Kulturschaffende
  • Künstler brauchen schnelle finanzielle Hilfe

WIESBADEN – „Kunstministerin Angela Dorn hat viel versprochen, aber bislang nichts gehalten“, ärgert sich Dr. Stefan NAAS, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag. „Ihre Idee, in der Corona-Krise bekämen auch Kulturschaffende wegen ausfallender Veranstaltungen Soforthilfen aus Bundes- und Landesmitteln, hat sich als Luftnummer erwiesen.“ Bundes- und Landesmittel werden gemeinsam ausgezahlt, Hessen ist also vom Bund abhängig. „In Berlin konnte sich die Ministerin aber nicht durchsetzen“, stellt Naas fest. Künstlerisch tätige Solo-Selbstständige wie die Klavierlehrerin oder der Jongleur werden zwecks Sicherung ihres Lebensunterhalts auf die Grundsicherung verwiesen.

Umso wichtiger sei, dass Dorn sich nun auf Landesebene um die Kulturschaffenden kümmere. „Der Hessische Landtag hat mit dem Nachtragshaushalt umfassende Mittel freigegeben, die auch Künstlern zugutekommen sollen. Das hat Frau Dorn auch in einer Pressemitteilung vollmundig versprochen“, sagt Naas. „Die Ministerin muss jetzt schnellstmöglich Förderrichtlinien für Kulturschaffende vorlegen“, fordert Naas. „Auch sie brauchen schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung.“

Künstler leiden unter der Corona-Krise, weil sie durch das Kontaktverbot keine Aufträge mehr bekommen. „Der Bühnen-Vorhang bleibt zu, Musikinstrumente stumm, und Fotografen bekommen kaum noch Aufträge, weil es keine abzulichtenden Veranstaltungen gibt“, erklärt der kulturpolitische Sprecher. Dazu komme, dass ganze Veranstaltungsreihen plötzlich um ihren Fortbestand fürchten müssten. Wie für die Wirtschaft gelte auch für die Kultur, dass eine Grundstruktur erhalten werden müsse: „Hilfe ist dringend geboten, denn nach der Krise muss es weiter ein kulturelles Angebot, zum Beispiel mit Theatern, Musikschulen und Einzelkünstlern, geben. Wir wollen dann ja wieder Schauspiele sehen, Musikunterricht nehmen und über den Clown beim Kindergeburtstag lachen.“

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